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Panel „Film und Games – Synergien, Storytelling, Perspektiven“

Am vergangenen Montag, 04. November 2019, fand im deutschen Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main ein Panel zum Thema „Film, Games – Synergien, Storytelling, Perspektiven“ statt. Die Junge Filmszene war vor Ort und verfolgte die spannende Diskussion zwischen den geladenen Experten zum genannten Thema.

Gesprächsgäste waren Prof. Dr. Linda Breitlauch, Europas erste Professorin für Game-Design (Uni Trier), Pascal Tonecker (Director of CRYENGINE Enterprise Solutions, Crytek), Arno Stallmann (Autor, Dramaturg, Storytelling-Dozent und Public Interest Designer) und Prof. Carla Heinzel (Professorin Technical Art for Animation and Games, Hochschule Darmstadt). Moderiert wurde die Diskussion von Andreas Garbe (Ressortleiter Games, ZDF).

Diskutiert wurde nicht nur über die Synergien zwischen Film und Games sowie über die Fragestellung, in wie fern sich Filmschaffende aktiv in die Gamebranche einbringen können, sondern auch wie neue innovative Technologien die beiden Branchen verbinden und verändern können. Im Folgenden sind einige der Gesprächsaspekte sowie Diskussionspunkte zusammengefasst.

Der Anspruch einer Storyline innerhalb eines Games bestehe definitiv. Diesen jedoch in einen, dem Spiel angepassten Kontext zu setzten ohne, dass der Gamer selbst nur als „Mitspieler“ fungiert, sondern als der Protagonist des Spiels und gleichzeitig der Story, sei eine große Herausforderung für beide Branchen. Bis lang sei hier das Beispiel des VR-Gamings anzubringen. Geschaffen wird hierdurch ein scheinbar realer Raum, in dem der Gamer als virtueller Spieler fungiert, dessen Bewegungen wie Springen, Laufen und Rennen auf die Figur im Spiel übertragen werden bzw. von dieser in Echtzeit ausgeführt werden. Im Spiel mit einer VR-Brille kann der Spieler jedoch nur begrenzt entscheiden, was als nächstes im Game passiert. Es gilt mehr auf die Umgebung zu reagieren, als die eigene Story des dennoch gleichen Games erleben zu können. Die zukünftige Anforderung an Dramaturgen und Hersteller von Computerspielen bestehe also nicht nur aus der Zusammenarbeit der Branchen, sondern zusätzlich auch noch im Einbeziehen des Gamers oder des Zuschauers. Dieser soll die Möglichkeit bekommen im Film oder Game eine individuelle Geschichte erleben zu können, welche auf persönlichen Entscheidungen beruht, im Endeffekt aber dennoch den Anforderungen einer gelungenen Story sowie eines spannenden Spiels entspricht.

Daraus resultiert, dass die Berührungsängste zwischen Film und Game überwunden werden müssen. Dies stellt allerdings eine deutliche Hürde da. Es bedarf beispielsweise an Storytellern, welche aus dem Bereich des Films stammen, um ein Spiel qualitativ zu verbessern. Die Gameproduzenten selbst sind meist im Animations- und Programmierbereich sehr gut ausgebildet, während das Game-Storytelling in einem geringeren Umfang thematisiert wird. Es ist schwer, ein Spiel zu entwickeln, welches gutes Storytelling, Spielvergnügen und eine hervorragende technische Umsetzung vereint. Hierbei stellt sich nämlich zusätzlich die Frage, was beispielsweise Spielspaß überhaupt bedeutet. Es wird deutlich, dass die Produktion eines rund um gelungenem Games wahnsinnig viele Themenbereiche und unterschiedliche Gewerke beansprucht. Eine Annäherung unterschiedlicher Branchen, wie z.B. die des Films und des Games, um ein qualitativ hochwertigeres Spielen und Erleben im digitalen Bereich möglich zu machen, bedeutet eine sinnvolle Entwicklung beiderseits.

Die Umsetzung dieser Zusammenführung stellt sich jedoch durchaus als schwierig da. Am Beispiel der VR-Brille zeigt sich, wie herausfordernd es sein kann, den zukünftigen Ansprüchen gerecht zu werden. Die Frage wie und in welchem Ausmaß diese letztendlich umsetzbar sind, bleibt offen.

„Was die Zukunft bringt weiß keiner“, so Pascal Tonecker. Wir sind gespannt und freuen uns auf spannende Weiterentwicklungen um insbesondere Film auf neue und möglicherweise noch intensivere Art erleben zu können.

Emily Sturm für die Junge Filmszene im Bundesverband Jugend und Film (Mitglied im Verein „Filmstadt Wiesbaden Netzwerk e.V.“) unter Verwendung von Materialien der HessenFilm und Medien GmbH

Günter Schmitteckert, Geschäftsführer HessenFilm
v.l.n.r. Prof. Dr. Linda Breitlauch, Europas erste Professorin für Game-Design (Uni Trier), Pascal Tonecker (Director of CRYENGINE Enterprise Solutions, Crytek), Arno Stallmann (Autor, Dramaturg, Storytelling-Dozent und Public Interest Designer) und Prof. Carla Heinzel (Professorin Technical Art for Animation and Games, Hochschule Darmstadt). Moderiert wurde die Diskussion von Andreas Garbe (Ressortleiter Games, ZDF)
Interessiertes Publikum

© Fotos: alle HessenFilm und Medien

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